Audi Q3 S Line 45 TFSI Quattro, BMW X1 xDrive 25i M Sport, Exterieur Arturo Rivas
Audi Q3 S Line 45 TFSI Quattro, BMW X1 xDrive 25i M Sport, Exterieur
Audi Q3 S Line 45 TFSI Quattro, BMW X1 xDrive 25i M Sport, Exterieur
Audi Q3 S Line 45 TFSI Quattro, Exterieur
Audi Q3 S Line 45 TFSI Quattro, Exterieur 28 Bilder

Audi Q3 und BMW X1

Bayerisches SUV-Duell mit 230 PS

Auch um sich besser gegen den 2018 präsentierten Audi Q3 wehren zu können, rollt der BMW X1 nun überarbeitet zu den Händlern. Ein erster Vergleich der SUV.

Weil beim Studieren der Preislisten gerade Freude aufkam, fängt der Vergleich etwas unkonventionell an: mit den Lackierungen. Ja, beide wirken richtig cool, eigentlich geht’s aber um die Namen. Misano-Blau Metallic heißt die BMW-Farbe. Die auf dem Audi Q3? Turboblau! Alles klar, für so viel Lässigkeit gibt’s sofort Gummipunkte.

Echte Bonuspunkte hingegen wünscht sich BMW von seinen Kunden weiterhin für den X1, weshalb er unters Messer kommt, kurz bevor die Midlife-Crisis zuschlagen könnte. Aus der Facelift-Narkose aufgewacht, folgt für ihn die Erleichterung: Sein neuer Grill ist wuchtiger, nicht aber karikaturistisch riesig, wie das beispielsweise dem Siebener passiert ist.

Was sonst erneuert wurde? Die Felgen, Stoßstangen und Außenbeleuchtung ringsum. Hinzu kommen von 70 auf 90 Millimeter vergrößerte Endrohre, und im fahrerseitigen Spiegelgehäuse stecken Leuchtdioden, die ein X1-Logo auf den Boden projizieren.

Innen ist neben drei neuen Polstervarianten eine in sechs Farben einstellbare Ambientebeleuchtung erhältlich. Außerdem sind Ziernähte ins Kunststoffarmaturenbrett eingearbeitet, und der jetzt elektronisch agierende Getriebewählhebel kann automatisch in die Parkstellung schalten.

iDrive mit Wireless Carplay

Im Infotainment-Bereich ist nicht nur der größte verfügbare Bildschirm auf 10,25 Zoll gewachsen. Auch das Betriebssystem wurde von OS 5.0 auf 6.0 aktualisiert – mit der neuesten Version 7.0 ist die X1-Bordelektronik nicht kompatibel. Wireless Carplay wird trotzdem unterstützt, allerdings gibt es die iPhone-Schnittstelle dem BMW-Trend folgend nur im Abo: 300 Euro für drei Jahre. Das traut sich zum Glück kein anderer Hersteller – für den Audi Q3 kostet Wireless Carplay inklusive zweier USB-Ports 535 Euro, was zwar teuer ist, aber wenigstens eine einmalige Gebühr.

BMW X1 xDrive 25i M Sport, Interieur
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Das BMW-Bedienkonzept ist einfach gut: durchdachte Menüführung, Redundanz via Touchscreen und Dreh-Drück-Steller plus Sprachbedienung.

Genau wie jedes Mal Textzeilen für das Carplay-Reizthema draufgehen, muss hier auch stehen, dass das BMW-Bedienkonzept einfach gut ist: durchdachte Menüführung, Redundanz via Touchscreen und Dreh-Drück-Steller plus Sprachbedienung – allerdings ist der Drehdrücker wegen des großen Höhenunterschieds von Armlehne und Mittelkonsole nicht entspannt erreichbar.

Das ändert nichts an den cleveren Ideen wie den Favoritentasten, der Platzierung der Start-Stopp-Taste neben dem Startknopf oder den Tasten für Bordcomputer und Fernlichtassistent am Ende des Blinkerhebels – der weiterhin elektronisch arbeitet, beim Blinken also nicht einrastet.

Die noch sehr frische Q3-Baureihe ist mit aktuellem Audi-Infotainment unterwegs. Das Digitalcockpit ist immer dabei, den Platz des mittigen Monitors belegt serienmäßig ein Ablagefach. Das heißt: Entweder wird nur mit den Lenkradtasten gesteuert oder gegen Aufpreis zusätzlich via Touchscreen – einen Dreh-Drück-Steller gibt es nicht mehr.

Audi Q3 S Line 45 TFSI Quattro, Interieur
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Die noch sehr frische Q3-Baureihe ist mit aktuellem Audi-Infotainment unterwegs. Das Digitalcockpit ist immer dabei.

Wer bevorzugt toucht, wird das modern gestaltete System mögen. Die Bedienfreundlichkeit des BMW erreicht Audi dennoch auch an anderer Stelle nicht, so ist beispielsweise der Tempomat bis 80 km/h nur in Fünfer-, darüber in Zehnerschritten justierbar. Die Nase vorn hat der Audi Q3 etwa bei der Rückbank, die serienmäßig längsverstellbar ist, zudem sind die Rückenlehnen in mehreren Stufen neigbar (BMW: 350 Euro extra). In den rund 500 Liter fassenden Kofferräumen kontert der BMW X1 mit richtig viel Platz unter dem Ladeboden, dafür sind die Türtaschen im Audi Q3 deutlich voluminöser.

Noch ganz kurz, bevor wir zur Fahrerei kommen: Ja, besser verarbeitet ist insgesamt und in Details (diese Alu-Drehschalter …) der Audi.

Fahrdynamik können beide

So, jetzt aber: die PS. 230 sind’s im Audi Q3 S-Line 45 TFSI Quattro, 231 PS im BMW X1 M Sport xDrive25i. Das Drehmoment? 350 Newtonmeter hier wie dort. In Sachen Beschleunigung und Durchzug liegen die Benziner subjektiv sowie laut Herstellerangaben gleichauf: rund 6,5 Sekunden auf 100 km/h, Schluss ist bei gut 230 Sachen.

Den Vorzug bekommt in der Praxis der BMW-Motor, weil dessen Turbolader ihn insgesamt spontaner einsetzt – viel ist es nicht, genug aber, um Erwähnung zu finden. Noch geringer sind die Abstände bei den Getrieben, so schaltet die Doppelkupplungsbox im Audi Q3 ein wenig schneller. Mehr aber nicht, denn die Aisin-Achtgangautomatik im BMW X1 agiert ebenfalls zackig.

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In Sachen Beschleunigung und Durchzug liegen die Benziner subjektiv sowie laut Herstellerangaben gleichauf: rund 6,5 Sekunden auf 100 km/h, Schluss ist bei gut 230 Sachen.

Im Sport-Modus haut der Wandler sogar mal einen kleinen Schaltruck raus – vermutlich nur, um sein Engagement beim Landstraßensport zu unterstreichen. In der Ausstattungslinie M Sport fährt der BMW X1 mit unverändertem Fahrwerk so, wie man sich das von einem kleinen BMW-SUV wünscht: überschaubare Abstriche beim Federungskomfort im Tausch für direkte Reaktionen auf Lenkbefehle sowie eine für diese Fahrzeuggattung geringe Wankneigung.

Und wenngleich der Audi Q3 etwas weicher abrollt, bleibt der Komfort im BMW X1 wirklich mehr als anständig – zumindest wenn der Wagen mit den als Adaptivfahrwerk vermarkteten Verstellstoßdämpfern (650 Euro) ausgestattet ist. Die Spreizung zwischen den zwei vorhandenen Einstellungen Comfort und Sport ist gefühlt zwar minimal, dafür vermeiden beide Modi übertriebene Härte.

Ähnlich unauffällig ist die Spreizung der tatsächlich adaptiven Dämpfer des Audi Q3 (1.180 Euro). In dem sitzt du zwar tiefer, doch obwohl die Lenkung zügig anspricht, vermittelt sie eine Prise zu wenig Gefühl, um mit stur gehaltenem Lenkwinkel dem Kurvenverlauf folgen zu können. So reicht seine Agilität nicht ganz an die des BMW X1 heran.

Und das Niveau dynamisch abgestimmter Nicht-SUV dieser Größenordnung bleibt beiden fern – dennoch vermitteln sowohl der BMW als auch der Audi viel Fahrspaß. Bestimmt selbst dann, wenn sie in Farben mit weniger Dynamik versprechenden Namen lackiert sind.

Fazit

Im Vergleich gehen die Bereiche Verarbeitung, Abrollkomfort und Funktionalität alle knapp an den Audi Audi Q3 S-Line 45 TFSI Quattro. Beim Fahrspaß und Motor liegt der BMW X1 M Sport xDrive25i leicht vorne, in puncto Bedienung ist er deutlich überlegen. Große Lücken klaffen nirgends, zudem fahren beide ausgeglichen, aber eben auch passend zu den Sport- Paketen S line und M Sport dynamisch.

Technische Daten

Audi Q3 45 TFSI Quattro S line BMW X1 25i xDrive M Sport
Grundpreis 47.000 € 50.700 €
Außenmaße 4484 x 1856 x 1616 mm 4447 x 1821 x 1598 mm
Kofferraumvolumen 530 bis 1525 l 505 bis 1550 l
Hubraum / Motor 1984 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 169 kW / 230 PS bei 5000 U/min 170 kW / 231 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 233 km/h 235 km/h
0-100 km/h 6,9 s
Verbrauch 7,4 l/100 km 6,3 l/100 km
Testverbrauch 9,7 l/100 km
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Sonstiges Sonstiges Audi Q3 Sportback 45 TFSI, BMW X2 xDrive 20i, Exterieur Audi Q3 Sportback gegen BMW X2 SUV-Coupés im Vergleich

Erster Vergleich des neuen Audi SUV-Coupés mit dem BMW X2.

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